Kommentar zu den Manipulationen beim ADAC: „Voll vor die Wand“

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Tibor Pézsa über die Vertrauenskrise des ADAC

Erst hatte der ADAC noch von Unterstellungen und Unwahrheiten gesprochen und seine Kritiker sogar verspottet. Nun muss er Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ zugeben. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht. So ist das mit dem Vertrauen: Man braucht Jahre, um es zu erwerben. Verspielt aber ist es in einem einzigen Augenblick. Was für eine grandiose Leichtfertigkeit an der ADAC-Spitze! Aber wenn das Geschäft zu lange zu einfach zu gut läuft, dann steigt die Überheblichkeit, dann stellen sich die Profiteure eben selbst ein Bein.

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Der ADAC profitiert seit Jahrzehnten von günstigsten Bedingungen: Fast jeder Berufstätige in Deutschland braucht ein Auto, braucht entsprechend Rat und Service. So konnte der ADAC zur größten Selbsthilfegruppe der Republik aufsteigen, stets auf Seiten seiner Mitglieder - scheinbar, nie in der Minderheit - scheinbar. Streit ist eine Sache der Politik, der ADAC aber hilft? Denkste.

In Wirklichkeit ist der ADAC die größte Lobby-Organisation des Landes. Sie bezieht ihre Stärke aus dem angeblichen Willen ihrer Mitglieder. Doch der wird offenbar gern manipuliert, wenn es denn den Zwecken dient. Etwa der gezielten Förderung eines Autoverkaufs? Ein anderes Beispiel war der Einsatz des ADAC-Präsidenten Peter Meyer gegen die Mautpläne. Dafür hatte er von seinen Mitgliedern keine Lizenz. Die sind nämlich laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage zu fast zwei Dritteln für die Maut.

Hat etwa Volkswagen mit seinem Golf bei der ADAC-Wahl zum angeblichen Lieblingsauto der Deutschen die wichtigste Stimme gehabt? So ist das mit dem verlorenen Vertrauen - es wuchert. tpa@hna.de

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