Kommentar zu Masern: Aufklären, was sonst?

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Der Tod eines Kleinkindes in Berlin hat die Debatte um eine Impfpflicht wieder angefacht. HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl hält mehr von Überzeugungsarbeit.

Der Ruf nach der Impfpflicht kommt nach dem Todesfall in Berlin reflexhaft und ist nachvollziehbar – sinnvoll freilich wäre eine Impfpflicht nicht. Denn was will der Staat tun, wenn Eltern der Pflicht nicht nachkommen? Bußgelder verhängen? Es auf Gerichtsverfahren ankommen lassen?

Wer jetzt eine Impfpflicht fordert, übersieht, dass die meisten Kinder gegen die tückischen Masern geimpft werden. Die Eltern der anderen muss man überzeugen, denn auch sie werden oft von Ängsten vor den Folgen einer Impfung getrieben.

Auch das ist nachvollziehbar, aber nicht verständlich. Wer immer noch glaubt, Kinderkrankheiten wie Masern härteten ab gegen künftige Attacken auf das Immunsystem, hat sich mit den Gefahren der Infektion noch nicht beschäftigt. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, die man mal eben so wegsteckt. Zwei von 1000 Patienten sterben nach den Statistiken des Robert-Koch-Instituts an den Folgen.

Dass es Eltern gibt, die ihre Kinder sogar zu Masern-Partys schleppen, um sie bewusst zu infizieren, ist angesichts dieser Erkenntnisse schlicht unfassbar.

Lesen Sie dazu auch:

- Debatte um Impfpflicht: Grüne und Linke gegen Zwang

- Berliner Kleinkind stirbt an Masern

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