Kommentar zur Massenflucht vorm IS-Terror: "Gesprengte Grenzen"

Wolfagng Riek

Wegen des Vormarschs der Terrormiliz IS im Norden Syriens erwarten die Vereinten Nationen einen gewaltigen Flüchtlingsstrom in die Türkei. Mehr als 130.000 Menschen flohen in Ankara zwischen Freitag und Montag ins Nachbarland. HNA-Redakteur Wolfgang Riek über die Massenflucht vorm IS-Terror.

Ihr barbarischer Terror sprengt alle Grenzen, und die Zahl der Flüchtlinge, die vor den IS-Milizen fliehen, tut dasselbe: Nach Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hat die Türkei in den zurückliegenden drei Tagen mehr Menschen aus Syrien aufgenommen als ganz Europa in drei Jahren. Der IS steht vor den Grenzen der Nato, viele Flüchtlinge, die den Gräueln der Terrormilizen entkommen sind, werden versuchen, möglichst große Entfernung zwischen sich und die Orte des Schreckens zu bringen. Jeder an ihrer Stelle täte dasselbe.

TEXT: Sie kommen auch nach Deutschland, so wie verblendete Dschihadisten von hier nach Syrien und in den Irak ziehen, um unter der schwarzen IS-Fahne zu wüten. Die Welt in beide Richtungen ist klein geworden, Europa ist keine Festung. Abschottung bringt tausendfachen Tod etwa im Mittelmeer.

Natürlich löst deutsches Asylrecht nicht alle Probleme der Welt. Bei den 20 000 Flüchtlingen, deren Aufnahme die Bundesregierung beschlossen hat und von denen bislang 8000 eingereist sind, wird es aber nicht bleiben. Das weiß die Politik, weiß jeder. Die Bischofskonferenz hat gestern dazu aufgerufen, alle miteinander müssten sich auf mehr Flüchtlinge vorbereiten. Sie hat recht.

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