Kommentar zu mehr Frauen an der SPD-Spitze: Das ist keine Revolution

Die SPD-Frauen wollen die Möglichkeit für Führungsduos schaffen und finden Unterstützung bei Parteichef Gabriel. Doch eine Co-Vorsitzende an seiner Seite? Unvorstellbar findet Stefan Vetter.

Streng genommen ist die SPD ein reiner Männerverein. Jedenfalls, was ihre Vorsitzenden angeht. Die Partei steht in der Tradition der Brandts, Scharpings, Lafontaines und Schröders. Frauen? Fehlanzeige. Der amtierende Chef Sigmar Gabriel will nun neue Wege gehen und Doppelspitzen von der untersten bis zur obersten Führungsebene zulassen.

Ganz so revolutionär ist der Vorstoß allerdings nicht, wie es im ersten Moment erscheint. Schließlich soll kein Zwang herrschen. Wo sich kein Duo aus Frau und Mann anbietet, bleibt alles beim Alten. Und die Möglichkeit, dass zwei Frauen das Ruder übernehmen, wird in dem entsprechenden Antrag für den SPD-Parteitag im Dezember sogar ausgeschlossen. Ein typischer sozialdemokratischer Kompromiss eben.

Doch was soll er bringen? Auf Orts- oder Kreisebene der Partei gibt es tatsächlich öfter Probleme, ehrenamtliche Vorsitzende zu finden. Könnte man sich die Arbeit teilen, würde sich das vielleicht bessern.

In den oberen Etagen herrschen jedoch andere Gesetze. Da ist ein Unterbezirksvorsitz oft gleichbedeutend mit dem Landtagsmandat oder sogar mehr.

Erst recht ganz oben. Das Ego von Sigmar Gabriel ist so stark ausgeprägt, dass eine Co-Vorsitzende an seiner Seite unvorstellbar wäre. Partei-Generalsekretärin Yasmin Fahimi leidet darunter praktisch jeden Tag. 

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.