HNA Meinung

Kommentar zu Merkel: Ein hoher Preis

Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert

In der CDU mehren sich die kritischen Stimmen zum Koalitionsvertrag und vor allem der Verteilung der Ministerposten. Dazu ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

Insofern steht die gegenwärtige CDU-Vorsitzende durchaus in der Kontinuität ihrer großen Vorgänger. Merkel hat Ecken und Kanten ihrer Partei abgeschliffen, sie hat Positionen der SPD übernommen, und sie hat kontroverse Themen wie Atomkraft und Wehrpflicht mit einem Federstrich abgeräumt, meist widerspruchslos.

Sie konnte das machen, weil sie als Seiteneinsteigerin aus dem Osten keine Rücksichten auf westliche Parteibefindlichkeiten nahm. Vor allem aber, weil sie damit lange Zeit Erfolg hatte: Mochten die CDU-Wahlergebnisse immer schlechter werden, waren sie doch immer noch klar besser als die der Konkurrenz.

Nun hat sie um der Großen Koalition willen der SPD die wichtigsten Ministerposten zugestanden. Das war ein hoher Preis für den Erhalt ihrer bröckelnden Macht, und es rumort daher in der CDU, vernehmlich sogar. Ob daraus mehr wird, mag man bezweifeln. Denn Merkel hat sich ihre Partei bis zu einem gewissen Grad unterworfen. Die CDU ist zahnlos geworden, und Merkel alternativlos. Kontakt zum Autor: bli@hna.de

Von der krisengeschüttelten SPD heißt es stets, sie wisse nicht mehr, wer sie ist und wer sie sein will. Die CDU hatte solche Problem nie, sie war vor allem stets eines: Kanzlerwahlverein. Von Konrad Adenauer über Helmut Kohl bis Angela Merkel definierte sie sich als die Partei, die aus dem Kanzleramt heraus zu regieren habe. So prägte sie die junge Bundesrepublik bis in die Gegenwart. Versuche von Generalsekretären wie Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler, sie programmatisch besser aufzustellen, mussten dem Machterhalt untergeordnet werden.

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