Kommentar zur Meyer Werft: Fragwürdige Argumente

Der Kreuzfahrtschiff-Bauer Meyer will den Hauptsitz seines Unternehmens verlegen. Ein Kommentar dazu von Martina Hummel.

Laut einem Gutachten spart die Meyer Werft keine Steuern, wenn sie ihren Verwaltungssitz nach Luxemburg verlegt. Nur, warum macht sie es dann? Kein großer Fluss, keine Seeanbindung – derartige Vorteile gibt es nicht. Es würde nur darum gehen, dass man keinen Aufsichtsrat im einstigen Familienunternehmen will, argumentiert die Unternehmensführung. Das heißt: keine erweiterte Mitsprache für Arbeitnehmer. Nur das klingt nicht sehr glaubwürdig.

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Die Meyer Werft ist nicht irgendein Unternehmen. Die Werft hat die Region geprägt. Und wie das so ist mit großen Arbeitgebern in kleinen Städten, sind die Verbindungen zwischen dem Unternehmen und der Politik stets sehr eng. So gibt es einen Standortsicherungsvertrag, der – salopp gesagt – vorsieht, dass die Stadt alles tut, damit das Unternehmen arbeiten kann.

Also vor allem, dass die Fahrrinne der Ems immer tief und breit genug ist für die Riesenschiffe, die in Papenburg gebaut wurden – und nun diese Entscheidung: Denn eine Verbindung zum Standort Luxemburg rückt das Unternehmen zwangsläufig in den Verdacht eines Steuersparmodells. Das selbst in Auftrag gegebene Gutachten entlastet die Unternehmensführung in dieser Frage keineswegs.

Eines geht auf keinen Fall: Dass der Werftstandort Papenburg weiterhin mit Steuergeld gesichert wird, aber andererseits mithilfe eines wie auch immer gestalteten Luxemburg-Konstruktes die Möglichkeit besteht, dass in Deutschland Steuern gespart würden.

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