Kommentar zum MH17-Bericht: Ein Irrtum im Krieg

Detlef Drewes über den MH17-Bericht

Das Wort, auf das alle gewartet haben, taucht in dem 34-seitigen Bericht gar nicht auf: Rakete. Und doch deutet die Zwischenbilanz zu der Flugzeugkatastrophe am 17. Juli über der Ukraine daraufhin, dass die Boeing 777-200 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines abgeschossen wurde. Ein Kommentar dazu von dem Brüssel-Korrespondenten Detlef Drewes.

Es waren Urlauber, Kinder, Kongress-Teilnehmer - Menschen, die nichts mit dem Konflikt am Boden zu hatten, über den sie in diesem Augenblick flogen. Und doch war es eine Rakete, die aus dem Krieg unter ihnen bis in elf Kilometer Höhe aufstieg und sie zu Opfern dieses irrwitzigen Tötens machte.

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Der gestrige Untersuchungsbericht hält sich, wie es seine Aufgabe war, zurück. Er beschreibt technische Dinge, benennt keinen Schuldigen. Das hat auch viel damit zu tun, dass die Beweislage derzeit dünn ist. Noch immer verweigern die pro-russischen Rebellen den Zutritt zu der Unglücksstelle, Wrackteile konnten nicht untersucht werden, weil man sie abtransportiert hatte. Dass ein solches Verhalten ein weiteres Indiz dafür ist, dass die Schuldigen Spuren beseitigen wollen, liegt auf der Hand.

Die Angehörigen werden mit diesem Papier aus Den Haag mehr als nur unzufrieden sein. Sie wollen und brauchen Klarheit, um wirklich Abschied nehmen zu können. Aber wie es aussieht, werden sie mit der bitteren Erkenntnis leben müssen, dass der Tod der Menschen an Bord von MH 17 nichts als ein Irrtum im Krieg war.

E-Mail an den Autor: nachrichten@hna.de

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