Kommentar zum Mindesthaltbarkeit: Überflüssige Angabe

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum für Lebensmittel noch sinnvoll? Dazu ein Kommentar von Nachrichtenredakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist so überflüssig wie ein Kropf - auch wenn jeder draufschaut. Es schadet nur, weil ängstliche Zeitgenossen tonnenweise Lebenmittel wegwerfen, an denen nichts zu mäkeln ist. Schnell verderbliche Ware ist ohnehin nicht oder mit einem Verfallsdatum versehen. Letzteres ließe sich ausbauen. Und ob ein Salatkopf noch genießbar ist, zeigt schon ein Blick auf die Blätter.

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Natürlich will niemand Ladenhüter kaufen, die aus dem vergangenen Jahrzehnt übrig geblieben sind, deswegen wäre bei langer Haltbarkeit ein Herstellungsdatum zu empfehlen.

Doch zum Kampf gegen die Wegwerfmentalität reicht das alles nicht aus. Denn in der Tonne landet vor allem Frischware, sowohl in Lebensmittelmärkten als auch im Privathaushalt. Wir kaufen zu viel ein, nehmen lieber die Großpackung, weil sie vermeintlich billiger ist, wollen überhaupt immer weniger bezahlen und sind empört, wenn das eigene Lieblingsbrot beim Bäcker um 20 Uhr ausverkauft ist. Nach diesem Verhalten richtet sich auch der Handel. Solange wir es nicht ändern, nützen auch neue Gesetze nichts. Unvernunft lässt sich nicht verbieten.

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