Mehr Flexibilität für bessere Integration

Kommentar zum Mindestlohn für Flüchtlinge: In engen und überwachten Grenzen

Arbeitgeber wollen für Praktika von Flüchtlingen einen geringeren Stundenlohn als 8,50 Euro zahlen. Dazu ein Kommentar unseres Berliner Korrespondenten Hagen Strauß.

Als die Flüchtlingskrise im Sommer mit Wucht in Deutschland aufschlug, meinte Kanzlerin Angela Merkel noch: „Deutsche Gründlichkeit ist super“, aber jetzt sei „deutsche Flexibilität“ gefordert. Warum sollte das nicht auch für Teilregelungen beim Mindestlohn gelten?

Damit das klar ist: Den Mindestlohn für Flüchtlinge ganz auszusetzen, wäre ein fatales Signal. Denn damit würden die Neuankömmlinge gegen sozial schwache Deutsche ausgespielt, die Flüchtlinge würden zu Dumpinglöhnern und in einen Verdrängungswettbewerb mit einheimischen Langzeitarbeitslosen treten. Genau das will keiner, weil es das Gegenteil von Integration wäre.

Mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt wäre allerdings vonnöten. Vor allem, was den Zugang für Asylsuchende angeht. Praktika haben da eine bedeutende Brückenfunktion in neue Qualifikationen hinein. Hier sollte die Politik der Wirtschaft entgegenkommen, weil sie die größte Integrationsaufgabe zu leisten hat. Änderungen beim Mindestlohn sind an dieser Stelle der richtige Weg, allerdings in zeitlich engen, sinnvollen und überwachten Grenzen.

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