Kanzlerkandidatur

Kommentar zum SPD-Vorschlag der Urwahl: "Misstrauen wächst"

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner kann sich eine Urwahl des nächsten Kanzlerkandidaten vorstellen.

Bei der Mitgliederbeteiligung sei die SPD „unangefochtener politischer Marktführer in Deutschland". Parteichef Sigmar Gabriel habe selbst immer wieder gesagt, bei mehreren Kandidaten für die Kanzlerkandidatur sei eine Entscheidung der Mitglieder gefragt. Ein Kommentar dazu von unserem Berlin-Korrespondenten Stefan Vetter:

Es ist kein Geheimnis, dass sich die Begeisterung der Sozialdemokraten über Sigmar Gabriel mittlerweile spürbar in Grenzen hält. Der Zickzack-Kurs des Parteivorsitzenden bei der Griechenland-Rettung, seine Hakenschläge beim Freihandelsabkommen TTIP und sein Verwirrspiel in Sachen Vorratsdatenspeicherung haben viele Genossen nachhaltig verstört.

Nun hat Juso-Chefin Johanna Uekermann Salz in die Wunde gestreut. Ihr Plädoyer für eine Urwahl des sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten ist zunächst einmal nichts anderes als ein glatter Misstrauensbeweis gegen Gabriel. Insofern reiht sich der Vorstoß in die Stänkereien von Schleswig-Holsteins SPD-Regierungschef Torsten Albig ein, der angesichts der politischen Strahlkraft von Angela Merkel kürzlich den Sinn eines Kanzlerkandidaten generell in Frage gestellt hatte.

Auf diese Weise produziert die Partei eine Führungsdiskussion, die nicht dazu geeignet ist, ihre ohnehin schon mäßigen Umfragewerte zu beflügeln. Besser wäre es, innerparteilich darüber zu debattieren, wofür die SPD künftig stehen will. Erst danach lässt sich über einen sozialdemokratischen „Spitzenverkäufer“ reden.

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