EU-Agentur rüttelt auf

Kommentar zu Hungerlöhnen: Moderne Sklaverei in der EU

Niedriglöhne sind laut EU-Grundwertagentur in Europa an der Tagesordnung. Ein Kommentar über Ausbeutung und Hungerlöhne von unseremBrüsseler Korrespondenten Detlef Drewes.

Billiglöhne sind schon schlimm genug. Aber das, was die Experten der EU-Grundwerteagentur zusammengetragen haben, fällt unter die Rubrik „kriminell“. Mitten in Europa werden Menschen als Sklaven gehalten, werden nahezu alle Schutzstandards, die selbstverständlich sein sollten, rüde gebrochen. Aber der eigentliche Skandal ist die Erkenntnis, dass es offenbar nur unklare Zuständigkeiten der Behörden gibt, so dass Freiräume entstehen, die Unternehmen ausnutzen, um im Wettbewerb die Nase vorne zu haben. Dass der Verbraucher auf der ständigen Jagd nach Mini-Preisen diese Ausbeutung unterstützt, kann man wissen.

Das Papier der EU-Agentur rüttelt auf. Es darf nicht ohne Konsequenzen bleiben. Für die meisten Verstöße gibt es längst geltende Gesetze, deren Einhaltung man prüfen kann. Aber tatsächlich bedarf es wohl noch weit mehr europäischer Zusammenarbeit, um das Netzwerk aus Menschenhändlern, Schleusern und Opfern aufzudecken und zu enttarnen. Das ist keine Sache, die in Brüssel initiiert und gelöst werden muss. Die Kontrolle des Arbeitsmarktes gehört in die Verantwortung der Mitgliedstaaten. Sie können es angehen, wenn sie nur wollen.

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