Kommentar zur Mülltrennung: Zu wenig transparent

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Eine gelbe Wertstofftonne, in die zusätzlich Kunststoff und Metall kommt, soll den Gelben Sack ablösen. Einen Termin gibt es noch nicht, das System bleibt kompliziert. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteur Peter Klebe.

Die komplizierte Welt der Müllentsorgung in Deutschland ist um ein Wortungetüm reicher: „Stoffgleiche Nichtverpackungen“. So heißt der Fachausdruck für Plastikschüsseln, Alupfannen und alles, was irgendwann zusätzlich zum Plastikmüll in die gelbe Wertstofftonne wandern soll. Die Tonne soll die hässlichen und unhygienischen gelben Säcke ablösen, die auch noch schnell kaputtgehen, bei starkem Wind wegfliegen und in vielen Kommunen nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.

Diesen Säcken wird niemand nachtrauern. Aber ob die gelbe Tonne der Weisheit letzter Schluss ist, darf getrost bezweifelt werden. Sie wird nichts daran ändern, dass das Müllsystem in Deutschland zu intransparent und zu kompliziert ist. Kommunale und private Entsorger liegen im Clinch um Wertstoffe und deren Wiedergewinnung. Und was in welche Tonne muss, gleicht einer Wissenschaft. Das hält viele davon ab, ordnungsgemäß zu trennen.

Übersehen wird auch, dass das duale System nicht nur geschaffen wurde, um Müll zu trennen, sondern vor allem auch, um ihn zu verringern. Bedenklich, dass davon gar nicht mehr die Rede ist.

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