Kommentar zum Milchgipfel: Hilflos am Milchmarkt

Deutsche Milchbauern sollen als Entlastung wegen drastisch gesunkener Preise Nothilfen von 100 Millionen Euro plus X bekommen. Ein Kommentar von HNA-Korrespondent Hagen Strauß.

Wieso veranstaltet der Agrarminister einen Milchgipfel, wenn er am Ende Hilfen zusichert, die er auch allein auf den Weg bringen könnte? Die Antwort: Christian Schmidt ging es um ein Signal, dass die Politik die Bauern nicht im Regen stehen lassen will. Doch die Hilflosigkeit aller Beteiligten, an der Lage der Milchbauern etwas zu verändern, ist geblieben.

Zu viele Akteure, zu viele unterschiedliche Interessen beherrschen den Milchmarkt. Vor allem seit die Liberalisierung des Marktes durch Wegfall von Quote und Abschottung weitgehend im Konsens aller Akteure erfolgt ist. Deshalb wird es weder durch staatliche Markteingriffe gelingen, den Milchpreis nach oben zu hieven, noch können steuerliche Anreize verhindern, dass viele Milchviehbetriebe die Produktion aufgeben werden.

Betriebe werden ausscheiden müssen, bis Angebot und Nachfrage wieder im Lot sind. Das nennt man Marktwirtschaft. Dieser Strukturwandel ist gewollt. Ein Milch-Soli könnte kurzfristig helfen. Zwei Cent wären für die Verbraucher verkraftbar.

Gleichwohl hat Schmidt Möglichkeiten, den Betrieben zu helfen – etwa bei der Qualität. Wenn es gelänge, Tierwohlstandards bei der Produktion durch Kennzeichnung deutlich zu machen, wäre dies ein Schritt gegen den Preisverfall. Das wäre zum Wohle aller.

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