Kunden zweiter Klasse?

Kommentar zu den neuen ADAC-Vorwürfen: Vor dem Totalschaden

Ullrich Riedler über die neuen Vorwürfe gegen den ADAC

Der krisengeschüttelte ADAC muss sich gegen Vorwürfe wehren, manche Kunden bei der Pannenhilfe zu bevorzugen und damit eigene Mitglieder länger warten zu lassen als nötig. Warum der Autoclub nun vor dem Totalschaden steht, dazu ein Kommentar von HNA-Politikredakteur Ullrich Riedler.

Der gelbe Riese wankt. Er agiert nicht mehr, höchstens aus der Defensive. Den dreisten Vorstoß eines Landeschefs, die Autofahrer zur Kasse zu bitten, hätte der ADAC früher mit viel Tamtam zerlegt. Diesmal taten das andere. Nach zahlreichen Manipulationen und Verfehlungen ist der ADAC noch damit beschäftigt, sich neu zu ordnen. Da rückt ihm die recherchestarke Süddeutsche Zeitung mit einem weiteren Schlag zu Leibe.

Gerade in seinem Kerngeschäft, der Pannenhilfe, für das die Mitglieder ihre Beiträge zahlen, bevorzugt der Verein zuweilen angeblich Kunden großer Autohersteller mit Mobilitätsgarantie. Fast schlimmer: Das durch Verträge mit Autoherstellern erwirtschaftete Geld fließt nicht komplett an Verein und Mitglieder zurück, sondern wird von einer Tochtergesellschaft einbehalten.

Bislang scheint die Datenlage dürftig, die SZ zitiert nur zwei Quellen. Deren Aussagen treffen allerdings ins Mark, denn sie legen nahe: Beim ADAC werden knallharte Profitinteressen auf dem Rücken der Beitragszahler verfolgt. Wieder einmal ist der ADAC also unter Zugzwang. Kann er diese neuen Vorwürfe nicht entkräften, dürfte es kaum beim Imageschaden bleiben. Dann hätte eine Institution, der die Deutschen einst vertrauten wie der Kirche und der Fußball-Nationalmannschaft, einen Totalschaden verursacht.

E-Mail an den Autor: rie@hna.de

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