Nach Annäherung von CDU und Grünen in Hessen

Kommentar zu neuen Koalitionsvarianten im Bund: "Union macht sich frei"

Wiesbaden/Berlin. In Hessen hat sich die CDU entschlossen, Koalitionsverhandlungen mit den Grünen zu führen. Was kann daraus bezüglich Koalitionen im Bund geschlossen werden? Ein Kommentar von Tibor Pézsa, Leiter der HNA-Nachrichtenredaktion.

"Der SPD im Bund kann die hessische Entwicklung nicht recht sein: Plötzlich ist die Koalition mit den Grünen keine exklusive Option mehr. Das Gerede von einer angeblich strukturell linken Mehrheit im Land erweist sich als leer. Die rot-grüne Mehrheit im Bundesrat gerät ins Rutschen. Und die SPD muss sich mal wieder entscheiden: Wo sie eine Mehrheit hätte, will sie nicht sein. Und wo sie sein will, hat sie keine Mehrheit.

Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich verzockt. Sigmar Gabriel ist auf gutem Wege dorthin. Sollte der SPD-Chef tatsächlich geglaubt haben, die Union müsse zähneknirschend abwarten, bis auch noch der letzte Genosse in Hintertupfingen einer Koalition mit der Union zustimmt - vielleicht aber auch nicht? Das muss die Union nicht, siehe Hessen: Es gibt ja noch die Grünen. Und die, siehe Baden-Württemberg, wollen nicht nur regieren, sondern sind in großen Teilen auch ziemlich bürgerlich und konservativ.

Noch steht das schwarz-grüne Bündnis in Hessen nicht. Aber der Vorstoß von Volker Bouffier hat das quälend zähe Wünsch-dir-was der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Union im Bund zerrissen wie eine Nebelwand im November. Plötzlich wird die Sicht frei auf eine völlig neue politische Landschaft. Und über der steht - groß wie die aufgehende Sonne - die Kanzlerin. Ihre Botschaft an Sigmar Gabriel: Wer zuletzt lacht, lacht am besten."

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