Kommentar zur neuen Kultur der Rechtsextremen: Wolf im Schafspelz

HNA-Redakteur Daniel Göbel.

Kassel. Neonazis sind nicht mehr unbedingt an Glatze und Bomberjacke zu erkennen. Um neue Zielgruppen anzusprechen, geben sie sich im Trend mit Jutetasche und veganem Essen. Warum der Nipster - eine Mischung aus Nazi und Hipster - nicht zu unterschätzen ist, kommentiert HNA-Redakteur Daniel Göbel.

Er wirkt optisch harmlos, doch in Wahrheit ist er nur der Wolf im Schafspelz: Natürlich schmunzelt man erst einmal, wenn man vom Nipster hört, dem umweltbewussten, Tofu essenden Neonazi mit Skinny-Jeans und Jutebeutel.

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Doch genau darin liegt die Gefahr. Denn während früher glatzköpfige Muskelpakete in Bomberjacke und Springerstiefeln bei Neonaziaufmärschen für Angst und Schrecken sorgten, gibt sich der moderne Nazi äußerlich lammfromm - und wirkt sogar angesagt und modern. Auf Jugendliche auf der Suche nach sich selbst kann der Rechtsextremismus deshalb wie eine politische Richtung wie jede andere auch wirken, vielleicht sogar attraktiver als die etablierten, scheinbar langweilen Parteien.

Trotz ihrer neuen Optik bleibt die Ideologie der Neonazis die gleiche. Denn an ihrem menschenverachtenden und fremdenfeindlichen Weltbild hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Der Jahresbericht „Rechtsextremismus online“ verdeutlicht, dass Neonazis auch in sozialen Netzwerken immer mehr Hass verbreiten. Somit macht es keinen Unterschied, ob man nun von Nazis oder Nipstern spricht.

E-Mail an den Autor: dag@hna.de

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