Kommentar zu neuesten Enthüllungen zur NSU-Affäre: Zwielichtige Gestalten in Staatsnähe

Der Verfassungsschutz ist offenbar tiefer in die NSU-Affäre verstrickt, als bislang bekannt war. Ein Kommentar von unserem Korrespondenten Hagen Strauß.

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Dieser Skandal ist noch lange nicht zu Ende. Sollte derVerfassungsschutz tatsächlich einen Zuträger so nah am Terrortrio gehabt haben, während es im Untergrund lebte und seine Taten beging, dann drängt sich die Frage neu auf, ob die Morde von staatlicher Seite nicht hätten verhindert werden können.

Viele, die sich mit dem NSU lange beschäftigt haben, glauben, dass dies durchaus möglich gewesen wäre. Sie können sich jetzt erst recht bestätigt sehen.

Wobei jedem klar sein muss: V-Männer sind keine Ehrenmänner. Meist sind es zwielichtige Gestalten, fest verwurzelt in der Szene, die dann des Geldes wegen mit den Behörden kooperieren. Was keine Garantie beinhaltet, dass sie alle wichtigen Informationen weiterleiten oder alles wahr ist, was sie berichten.

Gleichwohl muss sich der Staat nun erneut fragen, ob es richtig ist, über V-Männer Aktivitäten von Extremisten mitzufinanzieren oder eine Szene sogar am Leben zu erhalten. So, wie das in Thüringen der Fall gewesen ist. Auch wenn die Regeln nach den NSU-Ereignissen verschärft worden sind, ist und bleibt der V-Mann-Einsatz eine problematische Angelegenheit. Mit vielen Risiken und Nebenwirkungen.

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