Kommentar zum Nobelpreis für Göttinger Chemiker: Ein Lohn für die Ausdauer

Thomas Kopietz über den Göttinger Nobelpreisträger Stefan Hell

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr auch an einen Forscher aus Göttingen. Über den Triumph von Stefan Hell ein Kommentar von Thomas Kopietz.

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Bescheidenheit und Offenheit sind nicht immer typische Verhaltensweisen von beruflich erfolgreichen Menschen. Der Naturwissenschaftler Stefan Hell ist ein Überflieger. Der begeisterte Hobby-Sportler ist absolute Weltklasse und trotzdem oder gerade wegen seiner Klasse ein unspektakulärer, freundlicher, offener Mensch. Er kann seine Entdeckungen auf dem Gebiet der Lichtmikroskopie jedem Siebtklässler verständlich erklären, beginnend mit seinem Lieblingssatz: Das ist ganz simpel.

Nicht ganz so simpel war hingegen die Karriere des Nobelpreisträgers, dem längst nicht immer alles zuflog. Im Gegenteil: Es gab Zeiten, da wusste Hell nicht, wie es beruflich weitergehen sollte. Der talentierte Wissenschaftler fand keinen Job, obwohl seine Idee zur Überwindung der Beugungsgrenze im Lichtmikroskop vielversprechend war - aber nicht angesagt.

Die Auszeichnungen für Hell sind deshalb Würdigung der Beharrlichkeit eines hochbegabten Forschers. Sie sind aber auch eine Botschaft an junge Menschen: Gebt nicht auf, glaubt an eure Überzeugungen. Weil Hell auch Tiefen durchlebt hat, ist er so, wie er ist. Ins Bild passt auch die kuschelige Uni-Stadt Göttingen. Eine Stadt, die großen Wissenschaftlern offensichtlich gut tut: Göttingen spielt mit jetzt 45 Nobelpreisträgern ganz oben in der Tabelle mit. Der Forscher Hell hat diesen Wohn- und Arbeitsort gewählt, weil ihm das mit öffentlichem Geld finanzierte Max-Planck-Institut optimale Bedingungen bietet. Hell weiß das zu schätzen. Kontakt zum Autor: tko@hna.de

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