Kommentar zu Nordkoreas Terrorregime: Land des Schreckens

Lässt Nordkoreas Diktator Kim Jong Un jetzt Menschen mit Flugabwehrwaffen hinrichten? Seinen Verteidigungsminister ließ er offenbar auf diese Weise exekutieren. Südkoreanische Experten sprechen von Versuchen Kims, seine nur schwache Autorität zu stärken. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Wolfgang Blieffert.

Der Personenkult nimmt immer groteskere Formen an, die Verehrung trägt inzwischen ans Lächerliche grenzende Züge: Genie der Genies lässt Kim Jong Un sich nennen oder Erlöser Nordkoreas. Propagandafotos zeigen einen übergewichtigen kleinen Mann, der in Halbschuhen den höchsten Berg des Landes erklimmt oder Wissenschaftlern erklärt, wie sie zu forschen haben. Nur in einem abgeschotteten Land wie Nordkorea können solche Bilder und Elogen die gewünschte Wirkung erzielen, auf uns wirken sie wie ein Stück aus Absurdistan.

Doch das Lachen gefriert angesichts der Nachrichten aus dem Land des Kim Jong Un: Nun hat der Despot seinen Verteidigungsminister hinrichten lassen, angeblich per Flakgeschütz, weil er in Anwesenheit Kims gedöst haben soll. Die Informationen stammen zwar vom Geheimdienst Südkoreas, das mit dem Norden seit Jahrzehnten verfeindet ist. Am Kern des Vorgangs kann kaum gezweifelt werden: Kim Jong Un setzt seinen Absolutheitsanspruch mit brutaler Gewalt durch.

Man könnte achselzuckend darüber hinweggehen, dass in dieser verbrecherischen Dynastie ein Machtkampf ausgefochten wird. Aber er wird auf Kosten eines hungernden Volkes ausgetragen. Und von Leuten, die auch mit Atomwaffen experimentieren. Das muss erschrecken.

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