Recht auf Information: Kommentar zum Norwegen-Massaker und den Medien

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Anders Behring Breivik, der Attentäter von Norwegen.

Wie die Polizei am Montagabend bekannt gab, sind bei den Anschlägen am Freitag mit 76 Opfern deutlich weniger Menschen ums Leben gekommen, als zuvor berichtet. Ein Kommentar.

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Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hat die blutigen Terroranschläge gestanden, ist sich aber keiner Schuld bewusst. Ein Kommentar von Jan Schlüter, dem stellvertretenden HNA-Chefredakteur, über den Umgang der Presse mit dem Attentäter.

Sind am Ende wieder die Medien schuld? Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn man den Stimmen der Kritiker lauscht. Die Vorwürfe: Presse und Fernsehen hätten nichts aus Winnenden gelernt, das In-den-Mittelpunkt-Stellen eines Mörders ermuntere Nachahmer, die ebenfalls auf große mediale Präsenz hofften.

Jan Schlüter

Tatsächlich müssen Journalisten ihren Umgang mit den Attentaten hinterfragen. Bei dem Wettlauf um das erste Bild und die schnellste Analyse drohte bei manchem, die professionelle Gründlichkeit auf der Strecke zu bleiben. Auch wir haben zunächst eine islamistisch motivierte Gewalttat für möglich gehalten. Anfangs wurde nur das vom Täter im Internet hinterlassene Selbstbild verbreitet, das einen netten jungen Mann mit blonden Haaren und blauen Augen zeigt. Auch ein solches Dokument muss veröffentlicht werden, damit sich Leser ein Bild machen können.

Es gibt ein Recht auf und eine Pflicht zur Information, und deshalb ist es auch richtig, Auszüge aus dem Internet-Pamphlet zu dokumentieren. Sie taugen nicht als Propaganda, sondern beweisen, wie krude und wirr die Gedanken des mutmaßlichen Täters sind.

(jas@hna.de)

Norwegen trauert um die Opfer des Attentats

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