Kommentar zu Obamas Entscheidung über Abschiebung: Aus dem Schatten

US-Präsident Barack Obama hat fünf Millionen illegal in den USA lebene Ausländer vor der Abschiebung bewahrt. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteur Jörg S. Carl.

Ist das Einwanderungsdekret mal wieder ein großer Wurf des einstigen „Yes, we can“-Präsidenten? Bei genauem Hinsehen wird deutlich, dass Barack Obama nur endlich das nachvollzogen hat, was längst überfällig war. Er bewahrt fünf Millionen Immigranten, meist Latinos, die schon viele Jahre in den USA leben, vor der Abschiebung.

Es sind zumeist Menschen, deren Illegalität allein darin besteht, gar keine oder keine in den USA geltenden Papiere vorweisen zu können. Sie leben im Schatten, und sind doch mittlerweile unverzichtbar - für einen grauen Markt, auf dem sie oft genug die Rolle schlecht bezahlter, aber fügsamer Dienstboten reicher Amerikaner übernehmen, eben weil sie stets die Abschiebung fürchten müssen.

Obama lässt es nun auf eine Machtprobe mit den Republikanern ankommen, die inzwischen die Mehrheit in beiden Parlamentskammern haben. Es ist die Partei, die die Einwanderungsreform seit fast zwei Jahren blockiert, weil sie das Thema Abschiebung gern mit der Bekämpfung von Kriminalität gleichsetzt. Aber die rigorose Ausweisung von Kriminellen will auch Obama nicht ändern. Der Kern seiner Reform besteht darin, Menschen, die sich nichts haben zu schulden kommen lassen und dennoch als Illegale gelten, einen legalen Status zu geben. Damit eröffnet er ihnen neue Chancen auf das erhoffte bessere Leben.

Der US-Präsident hätte dies früher durchsetzen können, ein mutiger Schritt ist es trotzdem.

E-Mail an den Autor: jsc@hna.de

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