Kommentar zu Obamas Kuba-Besuch: Tage der Hoffnung

Historische Reise nach Kuba: US-Präsident Barack Obama besucht die Inselrepublik, jahrzehntelang Feind im Hinterhof der USA. Dazu ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

Es waren historische Treffen: 1970, 21 Jahre nach Gründung beider deutscher Staaten und neun Jahre nach dem Mauerbau, trafen sich die Regierungschefs von Bundesrepublik und DDR in Erfurt und Kassel zum Meinungsaustausch. Konkrete Ergebnisse konnten Willy Brandt und Willi Stoph nicht vermelden. Erst in den Jahren danach kamen Bemühungen in Gang, die Folgen der Teilung für die Menschen erträglicher zu machen. Die Mauer fiel sogar erst 1989.

Insofern wäre es vermessen, vom Besuch Barack Obamas in Kuba sofort Ergebnisse zu erwarten. Geschichte vollzieht sich meist in langen Wellenbewegungen, selten durch einzelne, kurze Stürme. Bis die Kubaner also von der Öffnung der US-Politik gegenüber ihrem Land profitieren, wird noch Zeit vergehen. Rückschläge nicht ausgeschlossen, denn Obamas Außen- und Handelspolitik wird auch in seinem letzten Amtsjahr vom republikanisch dominierten US-Kongress massiv beeinflusst, ja behindert.

Dennoch atmen Tage wie diese natürlich den Geist der Geschichte. Sie beenden endgültig eine Ära, in der die USA unverhohlen den Sturz des kommunistischen Regimes in ihrem Hinterhof betrieben, in der die Welt während der Kuba-Krise am atomaren Abgrund stand. Nun wird gesprochen, bald wohl verhandelt. Vor allem die Kubaner dürfen hoffen, dass künftig nicht mehr der ideologische Gegensatz beide Länder trennt, sondern nur noch das Meer.

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