Kommentar zur Online-Buchung von Flugtickets: So spät wie richtig

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Der EuGH hat nun Tricksereien bei der Online-Buchung von Flugtickets untersagt. Dazu ein Kommentar von Nachrichten-Redakteur Wolfgang Riek.

Mit dem Prinzip „Früh buchen und billig wegkommen“ lockt längst auch die Bahn. Die folgte den Fluggesellschaften, die die Abkehr von Ticket-Festpreisen unter knallhartem Konkurrenzdruck am Himmel für Online-Bucher bequem gemacht, zum eigenen Vorteil aber in unzulässige Ecken hinein perfektioniert haben.

Das Ticket als Warenkorb: Am Anfang steht ein Phantasie-Niedrigpreis, dann lädt sich der Kunde hier eine Gebühr, dort einen Kerosinzuschlag, gern auch ein Mietauto dazu. Und staunt zum Schluss, weil das Schnäppchen ganz schön teuer geworden ist und ihm Extras vielleicht unbemerkt untergejubelt wurden.

Preisklarheit und -wahrheit geht anders, meint der EuGH. Sehr richtig, aber viel zu spät: Dass von 400 geprüften Internetseiten beim Flugticket-Verkauf auf jeder zweiten getrickst und getäuscht wurde, hatte die EU-Kommission schon 2007 ermittelt.

Wo die Reise juristisch hingehen würde, wussten die Airlines spätestens mit der EU-Verordnung 1008 ein Jahr später. Tatsächlich, das muss man fairerweise erwähnen, haben die Gesellschaften nach Abmahnungen der Verbraucherschützer vielfach Unterlassungserklärungen abgegeben.

Wenn der EuGH jetzt Löcher im Vollzug von Verbraucherrechten schließt, werden sicher längst neue gebohrt. Der Findigkeit von Online-Verkäufern müssen Verbraucher weiter gesundes Misstrauen entgegensetzen.

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- Flugtickets: Endpreis muss sofort klar sein - Fragen und Antworten

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