Kommentar zum illegalen Organhandel: Frage des Überlebens

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Allein in Deutschland warten 11.000 Patienten auf ein Spenderorgan. Als Folge nimmt der illegale Organhandel zu. Ein Kommentar von Nicole Schippers.

Illegaler Organhandel ist Ausdruck verschiedener Missstände: Zum einen zeigt er, wie groß die Not in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern ist. Sie treibt die Menschen dazu, gegen Geld ihren Körper zu verstümmeln. Ihre Armut und Unwissenheit werden schamlos ausgenutzt.

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Zum anderen macht er deutlich, wie groß die Not der Patienten ist, die auf eine lebensrettende Transplantation hoffen. Doch bei allem Verständnis für ihre Situation: Organhandel ist illegal und muss es auch bleiben. Denn er widerspricht unseren Grundsätzen von Gleichheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Ansätze zu seiner Legalisierung müssen an dem Prinzip scheitern, dass Organe nicht kommerziell vermarktet werden dürfen.

Der einzig gangbare Weg aus dem Dilemma führt über die Stärkung der Spendenbereitschaft nach dem Tod. Die nimmt derzeit allerdings ab – das verwundert nicht angesichts diverser Transplantationsskandale. Um dem entgegenzuwirken, müssen ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutsamkeit von Organspenden geschaffen und Zweifel entkräftet werden. Es braucht also neues Vertrauen, denn die Bereitschaft zur Organspende entscheidet über Leben und Tod.

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