Kommentar zu organisierter Kriminalität: Gefahr für das Sicherheitsgefühl der Bürger

Das bandenmäßige Ausrauben von Geldautomaten und Fahrradkellern nimmt zu. Zum neuen Bericht des Bundeskriminalamtes ein Kommentar unseres Berliner Korrespondenten Werner Kolhoff.

Das Wesen der Organisierten Kriminalität ist die Vernetzung, zunehmend auch die Internationalität. Kaum gestohlen, schon in Polen (oder Litauen oder Russland) ist kein rechter Spruch, sondern beim Autoklau schon lange Realität. Die Branche globalisiert sich, technisiert sich und professionalisiert sich. Ganz besonders gilt das für die um sich greifende Internet-Kriminalität.

Prostitution, Menschenhandel und Drogen waren von jeher international. Man arbeitet mit hoher Arbeitsteilung. Der eine stellt bloß sein Konto zur Verfügung, der andere das Telefon oder Auto, der Dritte das Brecheisen. Jeder für sich hat keine oder nur eine geringe Straftat begangen. Aber als Bande funktionieren sie perfekt. Planung, Durchführung, Erlös. Alles Routine, alles in Serie. Und alles eine enorme Gefahr für die innere Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Bürger.

Es ist deshalb konsequent, dass der Gesetzgeber schon die bloße Mitgliedschaft in solchen kriminellen Organisationen unter Strafe stellen will, jenseits des individuellen Tatbeitrags. Und dass er versucht, schneller an die Vermögen dieser Gruppen und ihrer Mitglieder heranzukommen. Das Strafgesetzbuch muss der besonderen Qualität und Systematik neuer Kriminalitätsformen gerecht werden.

Notwendig bleiben freilich zudem spezielle Ermittlungsteams. Der Aufwand mag hoch sein, doch es winkt eine große Belohnung: Wird eine Bande erwischt, bedeutet das fast immer die Aufklärung einer ganzen Serie von Straftaten und eine vorläufige Beruhigung - bis die nächste Bande kommt.

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