Kommentar

Pädophilie-Vorwürfe: Zu ernst für Getöse

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Jürgen Trittin

Jürgen Trittin (Grüne) muss Auskunft über die Umstände geben, unter denen er 1981 presserechtlich für ein Göttinger Kommunalwahlprogramm verantwortlich zeichnete. Denn das trat auch für Straffreiheit für gewaltfreien Sex zwischen Erwachsenen und Kindern ein. Ein Kommentar von Wolfgang Blieffert.

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Die Forderung nach einem Rücktritt Jürgen Trittins ist billiges Wahlkampfgetöse. Er zeichnete 1981 zwar „verantwortlich im Sinne des Presserechts“ für das Wahlprogramm der Göttinger Grünen. Aber es gibt keine Hinweise darauf, dass Trittin persönlich Straffreiheit für gewaltfreie sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen und Kinder propagiert hätte.

Solche und ähnliche Forderungen nach Entkriminalisierung sind das eigentlich Thema, über das kritisch zu diskutieren wäre. Es führt uns über 30 Jahre zurück in eine Zeit, als die herrschende Sexualmoral vielen als spießig und überkommen erschien, als gegen Repression und Ausgrenzung mobil gemacht wurde, als viel von sexueller Befreiung und wenig von Kinderschutz die Rede war.

Die Autoren der von den Grünen selbst in Auftrag gegebenen Untersuchung haben darauf aufmerksam gemacht, dass damals in vielen Gruppen, Zeitschriften und Foren solche Debatten geführt wurden, und dass da nicht nur Päderasten und Wirrköpfe am Werk waren. Deshalb ist vor allem das alternative Milieu heute in seiner Fähigkeit zu kritischer Selbstüberprüfung gefordert.

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