HNA-Meinung

Kommentar zu Panama-Papers: Superreiche unter sich

Ob legal oder nicht - Briefkastenfirmen sind anrüchtig. Ein Kommentar unseres Korrespondenten Stefan Vetter.

Oh, wie schön ist Panama. Das ist nicht nur der Titel eines beliebten Kinderbuchs. Auch Erwachsene, die reich an Geld und Einfluss sind, wissen dieses Motto zu schätzen. Mehr als 200 000 Briefkastenfirmen soll eine Kanzlei aus dem mittelamerikanischen Land gegründet haben. Eine Variante, die es Sportlern, Banken, aber auch prominenten Politikern erlaubte, Milliarden ins Ausland zu schaffen und womöglich illegal Steuern zu sparen.

Nun mögen Nutzer von Briefkastenfirmen nicht per se in dunkle Geschäfte verwickelt sein. Die Gesetzestreue wird durch solche Konstrukte aber kaum beflügelt. Zwar gab es in den letzten Jahren internationale Bemühungen, um Steuerhinterziehern und Geldwäschern auf die Spur zu kommen. Aber was sind solche Vereinbarungen wert, wenn vielleicht sogar ein Teil der Unterzeichner sein Vermögen über Briefkastenfirmen ins Trockene bringt? Superreiche unter sich.

Besagte Kanzlei in Panama wurde von einem deutschen Rechtsanwalt gegründet. Schon deshalb sollte die deutsche Finanzaufsicht hellhörig werden. Für deutsche Banken, die nach Datenlage ebenfalls ihre Hand im Spiel hatten, gilt das erst recht. In den letzten Jahren sorgten immer wieder Steuer-CDs für Aufsehen. Im Zuge dieser auf zweifelhafte Weise beschafften Informationen zeigten sich manche reiche Sünder selbst bei den Steuerbehörden an. Die jetzt enthüllten Dokumente haben eine andere Qualität. Nicht nur, weil es so ungeheuer viele sind. Sondern, weil sie die internationale Dimension der dubiosen Milliardengeschäfte veranschaulichen.

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