Auftritt im Europaparlament

Kommentar zum Papstbesuch: Man müsste Europa neu erfinden

Europa heute, das ist in den Worten des Papstes eine unfruchtbar gewordene Großmutter. Gewiss: Wir verdanken ihr viel. Wie sie vor Jahren uns geholfen hat, so stehen heute wir in der Verantwortung. Doch was fangen wir damit an? Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Europa heute, das ist die Doppelmoral eines Jean-Claude Juncker, der in Brüssel und Straßburg europäische Solidarität predigt, daheim aber zu Lasten der europäischen Partner internationalen Konzernen half, Steuerzahlungen zu drücken. Europa traut sich auch deswegen selbst nicht mehr, weil es zu viele Junckers gibt und zu wenige Europäer.

Dass ausgerechnet ein solcher Mann an der Spitze der Europäischen Kommission steht, schadet der europäischen Idee mehr, als es die Finanztrickser in Athen je vermochten.

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Das ist die traurige Lage, in welcher der Papst seine Stimme im Europaparlament erhebt. Schwer zu sagen, was Franziskus mehr bewegt: die bröckelnde innereuropäische Solidarität oder Jugendarbeitslosigkeit, Massensterben im Mittelmeer und bedrohte Menschenwürde.

Doch der Papst ließ keinen Zweifel: Wenn wir Europäer es nicht schaffen, uns unserer gemeinsamen Werte zu versichern, dann stehen wir schon bald nicht mehr nur vor vielen ungelösten Problemen. Dann werden wir sie auch noch allein lösen müssen. Wir müssen Europa neu erfinden.

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