Kommentar zu Patienteninformationen im Internet: Vorsicht geboten

Ullrich Riedler über Patienteninformationen im Internet

Die Mehrzahl der Deutschen sucht Rat bei der Praxis Dr. Internet. Das ist verständlich, will man sich selbst rasch ins Bild setzen, wenn es um das Wichtigste geht: die Gesundheit. Die Recherche nach vertrauenswürdiger Information wird beim Navigieren im Netz aber nicht automatisch einfacher. Mitunter fehlen Belege, Quellen und Vollständigkeit der Informationen bei Therapieoptionen.

Problematisch wird es bei interessegeleiteten oder kommerziell verwerteten Informationen. Insofern hat der Bundesgerichtshof nun Einspruch zur rechten Zeit erhoben. Denn das beanstandete Ärztebewertungsportal Jameda ist kein neutraler Informationsmittler mehr, weil es zahlende Ärzte in einem Premium-Paket besser positioniert als nicht zahlende Kollegen.

Ohnehin sollten Patienten Bewertungsportale allenfalls als Zusatzinformation nutzen: Zu subjektiv sind die dort abgegebenen Urteile. Nicht selten wird Freundlichkeit mit Kompetenz verwechselt und dementsprechend benotet. Gleichwohl wird der Bürger weiterhin im Internet nach optimaler medizinischer Versorgung fahnden. Dass es neben schwarzen Schafen auch seriöse Adressen gibt, ist ein schwacher Trost. Mehr Transparenz und verbindliche Standards sollten daher das Gebot der Stunde sein. rie@hna.de

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