Kommentar zu Pegida: Die Debatte ist notwendig

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Der Umgang mit Pegida fällt Politikern oft schwer. Die Debatte abzulehnen, sei falsch, meint HNA-Redakteur Wolfgang Blieffert.

Dialog und Debatte gehören zu den Elementen jeder lebendigen Demokratie. Insofern mutet es merkwürdig an, wenn SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi gestern jeden Dialog mit Organisatoren und Anhängern der Pegida-Bewegung kategorisch ablehnte. Wer sich seiner besseren Argumente sicher ist, sollte eine Auseinandersetzung nicht scheuen.

Jens Spahn, aufstrebender CDU-Politiker, bekennt in unserem Interview seine Dialogbereitschaft. Nur leider gehört auch er zu den Politikern – und Journalisten –, die in Fernsehrunden den Vertretern von Pegida oder AfD reflexartig ins Wort fallen, wenn diese versuchen, eine Frage zu beantworten. Ein solches Verhalten fördert letztlich die vielfach beklagte Politikverdrossenheit, die zumeist ein Verdruss an den Politikern selbst ist. Spahn und andere sind also oft nicht die Lösung des Problems, sondern Teil desselben.

Neu ist solches Verhalten allerdings nicht. Grüne und Pazifisten in den 80ern, die PDS in den 90ern sowie Piraten, AfD und Pegida in der jüngeren Vergangenheit haben erleben müssen, wie schwer es ist, sich gegen die etablierten Parteien durchzusetzen. Geschafft haben es letztlich nur die, die mehr zu bieten hatten als Parolen und Vorurteile. Von daher ist dann auch nicht ausgemacht, ob Pegida noch lange die Schlagzeilen beherrschen wird.

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