Empörung über Galgen für Merkel und Gabriel

Kommentar zu Pegida: Unsägliche Töne

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Möglicherweise strafbar: Teilnehmer der Pegida-Demonstration am Montag in Dresden hielten einen gebastelten Galgen hoch, vorgesehen für Kanzlerin Merkel und Vizekanzler Gabriel.

Bei einer Pegida-Demo in Dresden wurde ein für Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Vize Sigmar Gabriel reservierter Galgen aufgestellt. Die Empörung ist groß. Ein Kommentar.

Hier die sogenannten Gutmenschen, die in jedem Flüchtling einen Verfolgten sehen – dort die besorgten Bürger, die sich fragen, wie Deutschland das alles schaffen soll. Schön, wenn es nur so wäre. Doch die Realität sieht anders aus. An Flüchtlingsunterkünften wird gezündelt, Nazi-Schmierereien gehören schon zum Alltag, Bürgermeister, die trotzdem Flüchtlinge aufnehmen wollen, werden bedroht, Spitzenpolitiker an den Galgen gewünscht. Die „Lügenpresse“ wird ob „unfassbarer Übertreibung“ beschimpft, weil es ja nur ein kleiner Galgen war, „eine Bastelarbeit“, wie der unsägliche Lutz Bachmann in Dresden höhnt, der am Vorabend noch vom Bürgerkrieg sprach. Und der Ton droht mit jeder Woche rauer zu werden.

Alles aus Sorge um Deutschland? Natürlich gibt es viele Probleme, wird die Integration der Menschen aus anderen Ländern eine Herkulesaufgabe sein. Aber für das, was sich auf Dresdens Straßen jetzt wieder abspielt, für diesen entfesselten Hass, der sich jeder moralischen und rechtsstaatlichen Argumentation verweigert, gibt es keine Entschuldigung. Oder soll es etwa Normalität werden, dass man bei uns zum Tod der Kanzlerin aufruft?

Auch den besorgten Bürgern sollte klar sein, dass das nicht ihr Deutschland ist. Bürgerkriege sind woanders, vor ihnen flüchten die Menschen zu uns.

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- Ermittlungen gegen Unbekannt wegen Galgen bei Pegida-Demo

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