Peter Klebe über die geplanten Änderungen

Kommentar zum Pflege-Tüv: Eine Frage der Würde

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Es gibt Seniorenheime in Waldrandlage mit schöner Aussicht, einer Bushaltestelle und einem Briefkasten vor der Tür. Das Essen dort schmeckt gut und es werden regelmäßig Sommerfeste gefeiert. Alles in Ordnung also? Keineswegs.

Denn wenn im selben Heim Patienten häufig wund liegen, ihre Freiheit eingeschränkt wird und die Pflege einfach nicht ausreicht, können sie bislang dennoch eine gute Gesamtnote vom Pflege-TÜV bekommen.

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Das schreit nach Änderungen. Immerhin sollen nach den neuen Reformvorschlägen die wichtigeren gesundheitlichen und pflegerischen Kriterien in der TÜV-Liste besonders hervorgehoben werden. Das ist besser als bisher, reicht aber nicht aus. Denn auch künftig werden alle Punkte gleich gewichtet, kann ein gutes Schnitzel gegen ein schlechtes Pflegebett aufgewogen werden. Damit ist der Pflege-TÜV gescheitert. Betroffene und Angehörige können sich weiter kein objektives Bild eines Heimes machen.

Peter Klebe

Keine Frage: Der Beruf des Altenpflegers ist schwer, das Personal in Heimen knapp, der Kostendruck hoch. Das Problem wird aber nicht mit mangelnder Transparenz und nicht objektiven Bewertungskriterien gelöst. Statt die wahre Lage mit bürokratischen Fragebögen zu verschleiern, sollte der Beruf des Pflegers attraktiver werden, durch bessere Bezahlung und mehr Freizeitausgleich. Das muss uns die Würde unserer Senioren wert sein, jeder von uns kann eines Tages betroffen sein. Am Umgang mit kranken alten Menschen misst sich die Humanität einer Gesellschaft.

Ein Kommentar von HNA-Politikredakteur Peter Klebe

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