Diskussion um Rezeptfreiheit

Kommentar zur Pille danach: "Verhütete Verhütung"

Barbara Will über die Empfehlung, die Pille danach freizugeben

Die Pille danach soll nach Expertenmeinung künftig ohne Rezept in der Apotheke zu haben sein. Es gebe keine medizinischen Gründe, die zwingend gegen ein Ende der Rezeptpflicht sprächen, erklärte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn. Dazu ein Kommentar von Barbara Will.

In über 20 Ländern ist die Pille danach nicht verschreibungspflichtig. Auch Deutschland sollte die Verhütung auf den letzten Drücker freigeben: Rezept nein, Beratung ja.

Die Einwände gegen die Rezeptfreiheit sind absolut ernst zu nehmen: Die Pille danach ist ein hochdosiertes Hormonpräparat, das Nebenwirkungen haben kann. Sie ist kein harmloser Nachtisch nach unbekümmertem Spaß. Zu befürchten ist ferner, dass Frauen das Präparat panisch schlucken, obwohl es nicht nötig wäre. Auch ein Missbrauch ist nicht auszuschließen.

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Aber die Vorteile der rezeptfreien Abgabe wiegen schwerer als die möglichen Nachteile. Verhütungspannen passieren häufig nachts und am Wochenende. Weil das Mittel um so sicherer wirkt, je schneller es eingenommen wird, ist das Rennen nach dem Rezept eines gegen die Zeit, und die Frauen riskieren dabei, dass ihnen das Rezept verweigert wird.

Die Pille danach ist kein Abtreibungsmittel – sie kann aber Abtreibungen überflüssig werden lassen. Sie wird auch die sexuellen Sitten nicht verlottern lassen. Die Politiker, die sich gegen die Rezeptfreiheit sperren, fordern oft den mündigen Bürger. Sie können den Frauen getrost den mündigen Umgang mit ihrer Verhütung zugestehen. 

wll@hna.de

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