Kommentar zu RAF-Spuren: Neue Hoffnung für die Hinterbliebenen der Opfer

DNA-Spuren von Überfällen auf Geldtransporter im vergangenen Jahr weisen auf drei ehemalige RAF-Terroristen. Dazu ein Kommentar unseres Nachrichtenredakteurs Wolfgang Blieffert.

Neue Spuren von der Roten Armee Fraktion - das ist eine Meldung wie aus einer anderen Zeit, eine Nachricht, die die Älteren an Monate und Jahre erinnert, in denen mörderische Terrorakte und die Debatte um die richtige Antwort des Staates das Land zutiefst aufwühlten.

18 Jahre nach ihrer selbst erklärten Auflösung mag die RAF Geschichte sein, schließlich gehen die meisten Experten davon aus, dass eine Neugründung nicht stattgefunden hat, mit einer RAF 4.0 also eher nicht zu rechnen ist. Die drei Gesuchten benötigten wohl eher Geld für ihren Lebensunterhalt, als sie im vergangenen Jahr Geldtransporter überfielen.

Zu den Akten kann das Thema RAF deshalb aber noch lange nicht gelegt werden. Denn vor allem die Verbrechen der so genannten dritten Generation, die kaltblütige Liquidierung von Repräsentanten des Staates und der Wirtschaft sind bis heute nicht aufgeklärt worden, ein Armutszeugnis für den hochgerüsteten Fahndungsapparat.

Mit den gestern bekannt gewordenen DNA-Ergebnissen entsteht zumindest neue Hoffnung, dass in Freiheit befindliche Ex-Terroristen vielleicht doch noch gefasst werden können. Das wäre zumindest eine kleine Genugtuung für die Hinterbliebenen der Opfer, für die das Schweigekartell der einst vor Gericht gestellten und längst wieder auf freiem Fuß befindlichen Täter nur schwer zu ertragen war.

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