Kommentar zu Ramelows Selbstdarstellung: Krachendes Eigentor

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Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) stellt sich in einer Serie des Senders Salve TV dar, ohne dass journalistisch nachgefragt wird. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Peter Klebe

Der Zuschauer reibt sich fassungslos die Augen: Der Thüringer Regionalsender Salve TV zeigt völlig unkommentiert den neu gewählten Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, mal staatsmännisch am Schreibtisch, dann bei Terminen. Er preist seine Arbeit an und redet und redet, niemand unterbricht ihn. Die Sendung „Ramelow & Co“ verabschiedet sich damit von allen journalistischen Maßstäben.

Der erste Ministerpräsident der Linken schießt mit seinem Auftritt ein krachendes Eigentor. Seine Regierung und vor allem er selbst stehen unter besonderer Beobachtung. Gerade deshalb muss Ramelow so demokratisch und korrekt wie nur möglich arbeiten. Allein der Eindruck, in die Nähe des in der DDR noch wohlbekannten Staatsfernsehens zu rücken, ist fatal und politisch dumm.

Ramelow gilt eigentlich als streitbarer und kritischer Geist. Er hat Auftritte wie in Salve TV gar nicht nötig, denn er kann durchaus provokante Fragen parieren und muss ihnen nicht ausweichen.

In Tagen, an denen Journalismus als „Lügenpresse“ diffamiert wird, sollten alle Politiker - und nicht nur sie - den Wert kritischer Beiträge schätzen. Auch deshalb muss Ramelow so schnell es geht aus der Sendung aussteigen. Obwohl der Schaden jetzt schon schwer gutzumachen ist.

Mail an den Autor: kle@hna.de

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