Kommentar zu Rede von Schulz: "Israel ist vermintes Feld"

Martina Wewetzer.

Am Mittwoch sprach EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in der Knesset auf Deutsch. Er sprach die Siedlungspolitik und die Lebensbedingungen der Palästinenser an - und versetzte mit einigen wenigen Worten rechte Abgeordnete in Rage. Sie bezichtigen ihn der Lüge. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Martina Wewetzer.

Israel bleibt ein Minenfeld für deutsche Politiker. Das muss auch EU-Parlamentspräsident Martin Schulz bedenken, wenn er in der Knesset kritische Worte an die Regierung richtet. Da reicht es nicht, wenn Schulz sich als deutscher Staatsbürger auf seine Funktion als EU-Parlamentspräsident zurückzieht. Zorn über Kritik an Israel und tiefe Verletzungen durch den Holocaust vermischen sich da schnell. Die Tragweite seines Handelns und seiner Worte hätte Schulz stärker reflektieren müssen. Er kann nicht vom Rednerpult die Regierung attackieren.

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Doch bei allem Verständnis für israelische Gefühle: Die Fakten dürfen von den Israelis deshalb nicht ins Gegenteil verkehrt werden. Der Siedlungsbau ist in Teilen illegal, aber nun mal real vorhanden. Und auch die Palästinenser leiden unter Wasserknappheit. Dafür braucht es keine Debatte mehr, sonder praktische Lösungen, wenn man ein ernsthaftes Interesse an einem Miteinander hat. Von diesen Gedanken scheinen aber viele Radikale in der Knesset weit entfernt.

Aber zum Glück fahren in der Knesset nicht alle die harte Linie. Die Hardliner reagieren zwar am lautesten, aber sie sprechen nicht für das gesamte Parlament. mwe@hna.de

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