Kommentar zur Regierungskrise: Keine bessere Wahl

Angela Merkel wird viel kritisiert, aber sie wird den Koalitionsgipfel politisch überleben, meint HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Der Kanzlerin wird nachgesagt, dass sie die Dinge vom Ende her denkt. Das sollte eigentlich auch Horst Seehofer wissen. Eine Aufkündigung der Union von CDU und CSU würde Angela Merkel zwar schaden, aber zugleich die CSU zur regionalen Randerscheinung machen – das dürften die Bayern kaum ernsthaft wollen.

Ein Nachgeben der Forderung etwa nach vorübergehender Grenzschließung wäre schlicht sinnlos, denn die Flüchtlinge kämen auch so – oder wollen wir in Deutschland ernsthaft wieder Mauern und Grenzzäune bauen?

Von der SPD hat die Kanzlerin schon gar nichts zu befürchten. Nichts wird sie weniger aufregen als der legitime Versuch von SPD-Chef Sigmar Gabriel, vom Unionsstreit zu profitieren. Mit kaum 25 Prozent im Rücken gibt es für ihn im Bund kaum eine Chance auf eine andere Koalition. Das werden auch diejenigen wissen, die Transitzonen bislang als Lager verdammen.

Es geht nicht um Koalitionsspielchen, sondern um Verantwortung für das Land, aber auch für die Menschen, die uns täglich vor Augen führer, dass Globalisierung eben keine Einbahnstraße ist.

Leicht wird der Gipfel für Merkel nicht – aber eine bessere Wahl als sie hat die Koalition nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.