Kommentar zur Reisefreiheit in Kuba

Kommentar zur Reisefreiheit in Kuba: "Kein Zeichen der Aufgabe"

Ist das der Anfang vom Ende des autoritären Regimes auf Kuba? Hat der dort ursprünglich als politisch-ökonomische Befreiung gedachte, aber inzwischen weitgehend pervertierte Sozialismus der legendären Revolutionäre Fidel Castro und Che Guevara endgültig ausgedient? Jörg S. Carl über die Veränderungen auf Kuba.

Ein Ja auf diese Fragen wäre Übertreibung. Die Ausweitung der Reisefreiheit ist für kubanische Verhältnisse zwar eine Reform großen Ausmaßes, aber das Schlusskapitel der 1959 begonnenen Revolution ist sie nicht.

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Der wirtschaftliche Stillstand, die massive Unterdrückung und die ärmlichen Lebensverhältnisse auf der Insel lassen gewisse Parallelen zur DDR des Jahres 1989 zu – hier leitete die Aufhebung der Reisebeschränkungen das Schlusskapitel ein. Doch ein Unterschied ist gravierend: Auf Kuba gibt es zwar auch eine politische Bewegung, aber sie ist zu schwach, um Massenproteste oder gar einen Umsturz zu organisieren.

Auch zu einem Massenexodus wird es nicht kommen. Denn längst nicht alle Kubaner sind bereit, die Insel zu verlassen. Und nur die wenigsten könnten es sich finanziell leisten, auf Dauer auszureisen und sich eine neue auskömmliche Existenz etwa in den USA oder in Spanien aufzubauen, wo viele Kubaner auf der Grundlage eines historischen Gesetzes Anspruch auf die spanische Staatsbürgerschaft haben.

Noch ein Aspekt spricht dafür, dass Kubas Machthaber nicht daran denken, unter dem Druck der Verhältnisse aufzugeben: Für das Land sowie für das Regime überlebenswichtige Berufszweige sind von der neuen Reisefreiheit ausgenommen.

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