Merkels Entscheidung

Kommentar zu den Flüchtlingszügen aus Ungarn: Richtig entschieden

Kanzlerin hat entschieden: Flüchtlingszüge aus Ungarn dürfen nach Deutschland kommen. Ein Kommentar dazu von unserem Berliner Korrespondenten Stefan Vetter.

Zweifellos ist die Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel richtig. Sie musste grünes Licht für die Flüchtlingszüge geben. Es war ein Gebot der Menschlichkeit. Das Dubliner Abkommen, wonach Flüchtlinge in dem EU-Land bleiben sollen, in dem sie zuerst anlanden, ist ohnehin mausetot. Allerdings fangen die Probleme nun erst richtig an.

Man mag die CSU für kaltherzig halten, weil sie Merkels Entschluss kritisiert. Der Einwand, nun werde es erst recht zu einem Flüchtlingsansturm auf Deutschland kommen, lässt sich nicht leicht vom Tisch wischen. Vor diesem Hintergrund besteht tatsächlich dringender europäischer Handlungsbedarf. Nach allem, was durchgesickert ist, plant die EU-Kommission, jene Länder zur Kasse zu bitten, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen. Womöglich ist das der bessere Weg als auf starre Aufnahmequoten zu pochen. Denn selbst wenn es sie gäbe, ist noch lange nicht gesagt, dass sich auch die Flüchtlinge daran halten.

Deutschland steht ja bei Asylbewerbern nicht nur deshalb so hoch im Kurs, weil hier die Wirtschaft gut funktioniert und die Willkommenkultur trotz aller rechtsextremen Scheußlichkeiten sehr gut ist. Die Anziehungskraft hat vor allem mit den schon hier lebenden Landsleuten zu tun. Zur Mitte des Jahres waren allein 160.000 Menschen aus Syrien in Deutschland registriert. Das sind 160.000 Verwandte und damit 160.000 Möglichkeiten, leichter in Deutschland Fuß zu fassen als anderswo.

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