Kommentar zum Röttgen-Rauswurf: Notbremse gezogen

Kanzleramt, kurz nach 16.30 Uhr: In knapp zwei Minuten beendet Merkel emotionslos die politische Karriere Norbert Röttgens, des Bundesumweltministers und bis vor kurzem noch Hoffnungsträger der CDU. Ein Kommentar von Jan Schlüter, dem stellvertretenden Chefredakteur der HNA.

Jan Schlüter

Was für ein Absturz: Vom Hoffnungsträger der Konservativen, jüngst noch als möglicher Nachfolger der Kanzlerin gehandelt, zum großen Verlierer, für den sich in der Union niemand mehr stark macht. Es war einsam geworden um Norbert Röttgen.

Der CDU-Politiker hat niemals geglänzt, weder als Bundesumweltminister noch als Kandidat im NRW-Wahlkampf. Als Typ wirkte Röttgen gegen die volksnahe Ruhrpott-Mutti Hannelore Kraft wie ein blasser Bürokrat. Zudem beging er den Kardinalfehler, immer das Türchen zum Umweltministerium offen zu halten und nicht für die Rolle des Oppositionsführers im Landtag zur Verfügung zu stehen. Das Wahlergebnis war ein Debakel – für ihn und für Merkel.

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Die Energiewende, eines der bedeutendsten Projekte dieser Wahlperiode, erfolgreich umzusetzen – das traute ihm zuletzt niemand mehr zu. Röttgen beschädigte immer mehr die CDU und auch die Kanzlerin. Deshalb zog Merkel jetzt die Notbremse und setzte ihn raus. Es muss sich schon viel bei ihr angestaut haben, dass sie so entschieden handelt.

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Rubriklistenbild: © dpa

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