Kommentar zu Rot-Rot-Grün in Thüringen: Geist ist aus der Flasche

Ist Thüringens neue rot-rot-grüne Landesregierung ein Modell für die Bundestagswahl 2017? Ein Kommentar von HNA-Redakteur Wolfgang Blieffert über die Folgen der Erfurter Wahl.

Eine rot-rot-grüne Regierung ist kein Modell für die Bundestagswahl, beteuern SPD, Grüne und Linkspartei unisono. Und verweisen wie zum Beweis auf unterschiedliche Programme und Positionen, die einer Zusammenarbeit entgegenstehen.

Dennoch: Seit vergangenem Freitag ist der Geist aus der Flasche. Auf dem Juso-Bundeskongress am Wochenende war Freude bereits spürbar, dass sich für die SPD endlich wieder eine Machtoption auftun könnte, wenn nur die Linke ein wenig von Maximalforderungen und Isolationskurs abrücken würde.

Der Erfolg Bodo Ramelows wird die Wer-mit-wem-Debatte allerdings noch auf andere Weise befeuern. Die Wahl eines Linkspolitikers zum Regierungschef eines deutschen Bundeslandes – von der Union als Tabubruch gerügt – wird im konservativen Lager seinerseits Hemmschwellen sinken lassen. Schon die Gespräche, die vor der Wahl Ramelows zwischen CDU und AfD in Erfurt geführt wurden, sind dafür ein untrügliches Indiz.

Die Karten sind also neu gemischt. Damit wächst jedoch auch die Gefahr, dass sich die Parteien – und die Medien – nur noch mit Sandkastenspielchen statt mit konkreter Politik beschäftigen.

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