Kommentar zur Rückkehr eines Raubtieres: Wolfs Revier

Der Wolf kehrt zurück nach Deutschland. Bundesumweltministerin Hendricks will deshalb ein spezielles Beratungszentrum schaffen. Dazu ein Kommentar unseres Berliner Korrespondenten Stefan Vetter.

Der Wolf ist nicht eben ein sympathischer Geselle. Schon wer mit Grimms Märchen groß geworden ist, wird immer ein gewisses Unbehagen, vielleicht sogar Schaudern beim Gedanken an dieses Raubtier verspüren.

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Das Problem besteht darin, dass der Wolf längst nicht mehr nur eine Märchenfigur ist, sondern mancherorts wieder sehr real. Vor allem in Ostdeutschland, wo sich bereits seit dem Jahr 2000 wieder Wölfe einen Lebensraum zurückerobern. Das mag zum einen für den Naturschutz sprechen. Ganz so schlecht kann es unserer Umwelt also nicht gehen. Die vermehrte Präsenz von Meister Isegrim steht dann auch für einen gegenläufigen Trend zum viel zitierten Artensterben.

Das allerdings bringt auch eine Menge Verunsicherung mit sich. Und die Frage, wie man ihr abhelfen könnte. Mit dem Entzücken der Umweltaktivisten über die Rückkehr des Wolfs ist es jedenfalls nicht getan. Ein spezielles Beratungszentrum, wie es Bundesumweltministerin Barbara Hendricks jetzt angeschoben hat, kann dagegen durchaus hilfreich sein. Insbesondere dann, wenn damit Wissenslücken geschlossen werden. Wann ist ein Wolf verhaltensauffällig? Wie viele Tiere gibt es überhaupt? Wie können Bauern vor dem Verlust ihrer Schafe geschützt werden? Und war das überhaupt ein Wolf, der da vermeintlich vor einer Kita aufgetaucht ist?

Das sind berechtigte Sorgen vieler Bürger. Die neue Behörde muss daher nicht nur Vorurteile abbauen helfen, sondern auch die Gefahren ernst nehmen. Ansonsten wird ein Nebeneinander von Mensch und Wolf auf Dauer nicht möglich sein.

Einigermaßen beruhigend immerhin, dass in Deutschland bislang noch kein einziger Wolfsangriff auf einen Menschen dokumentiert wurde - auch wenn die Brüder Grimm da ganz anderes erzählt haben. 

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