Kommentar zur Rückruf-Aktion von Toyota: Ein Teil, ein Fehler

Tokio. Rückrufaktionen halten die Autobranche in Atem. Jetzt hat erneut Toyota ein Problem: Vier Jahre nach der spektakulären Pannenserie mit klemmenden Gaspedalen, rutschenden Fußmatten und defekten Fensterhebern rufen die Japaner weltweit 6,5 Millionen Autos zurück. Ein Kommentar von Barbara Will.

Der Tank könnte bei einem Zusammenstoß explodieren, das Gaspedal klemmen, der Sitz wackeln und vielleicht webt in der Entlüftungsleitung gerade eine Spinne ihr Netz: Die Gruselliste der Pannen ist ebenso beachtlich wie die Zahl der Rückrufe. Allein das Kraftfahrtbundesamt, das in Deutschland dafür zuständig ist, zählte im vergangenen Jahr 180 Aktionen.

Das bedeutet nicht, dass von Tokio bis Sindelfingen hemmungsloser Pfusch regiert. Sensibel geworden, gehen Autobauer heute lieber offensiv an die Öffentlichkeit, als Fehler so lange unter den Teppich zu kehren, bis sie dazu gezwungen sind, sie zuzugeben.

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In der Kunst, ihre Autos nachzubessern ohne dabei ihr Image zu zerkratzen, werden sich die Autobauer auch weiterhin üben müssen. Denn um die Kosten zu bremsen und die Gewinne zu beschleunigen, verbauen sie immer mehr gleiche Teile. Die Modellvielfalt schafft zwar unterschiedlich geformtes Blech. Aber darunter stecken oft die gleichen Bauelemente – und damit auch die gleichen Macken. Fehlerhaft produzierte Teile fallen bei den strengen Qualitätskontrollen der Autobauer meist schnell auf, Konstruktionsfehler bleiben hingegen oft jahrelang unerkannt, ehe sie sich rächen.

Für den Autofahrer ist diese Strategie nur teilweise ein Gewinn: Er hat eine größere Auswahl als früher, mit welchem Modell er die nächste Werkstatt ansteuert. wll@hna.de

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