Kommentar zum Rücktritt von Irmer: Die zwei Gesichter

Der hessische CDU-Fraktionsvize Hans-Jürger Irmer ist wegen umstrittener Islamäußerungen und einer Anzeige in seiner Monatszeitung "Wetzlar-Kurier" zurückgetreten. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Max Holscher.

Mehrfach hat Hans-Jürgern Irmer von der Fraktion die Gelbe Karte für seine unangebrachten Äußerungen erhalten. Die Wirkung war jeweils von kurzer Dauer. Nun hat die Fraktion Konsequenzen gezogen. Irmer ist seine Ämter los.

Es gibt die zwei Gesichter des Hans-Jürgen Irmer. In seinem Wahlkreis tritt er als Kümmerer auf, nimmt sich der Probleme seiner Wähler an. Sogar die härtesten Kritiker sagen, dass er charmant und verbindlich sein kann. Fachlich bescheinigt ihm Ministerpräsident Volker Bouffier, ein Fachmann in Sachen Bildung zu sein.

Das zweite Gesicht des Hans-Jürgern Irmer ist das des Quartals-Polemikers, der bei sensiblen Themen wie Homosexualität und dem Islam immer wieder negativ auffällt. Seine anschließenden Entschuldigungen kamen bei vielen schon lange nicht mehr glaubhaft an.

Sein Artikel zur Auseinandersetzung mit dem Islam in seinem eigenen Blatt hätte gar nicht für besonders viel Aufmerksamkeit gesorgt. Wahrscheinlich hätten viele nur gesagt: Ach ja, der Irmer wieder. Die Anzeige des Vereins aus dem rechten Spektrum zum Thema Islam ist da wesentlich gravierender. Irmer konnte sich als Herausgeber des Blattes nicht einfach der Verantwortung entziehen.

Die CDU betreibt mit diesem Schritt Schadensbegrenzung. Bleibt die Frage, welche Mittel sie ergreift, wenn Irmer wieder aus der Reihe tanzt.

Mail an den Autoren: mho@hna.de

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