Kommentar zum Rückzug von Grünen-Chefin Simone Peter: Weg ins Vergessen

Simone Peter dürfte gewusst haben, dass ihre Chancen auf eine Wiederwahl als Grünen-Chefin begrenzt waren. Nun verzichtet sie. Die Karten werden neu gemischt. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Kennt noch jemand Antje Radcke, Angelika Beer oder Gunda Röstel? Sie waren alle einmal Vorsitzende der Grünen. Gunda Röstel überstand als Grünen-Co-Chefin von 1996 bis ’98 zwei Jahre an der Seite des ehemaligen Radikal-Linken Jürgen Trittin. Anders als dieser verließ Röstel das grüne Mahlwerk der Quoten und politischen Korrektheiten. Röstel machte Karriere bei verschiedenen Stadtwerken und errang 2014 beim Stardance-Wettbewerb in Chemnitz den 6. Platz.

Einen ähnlich gnadenreichen Weg ins öffentliche Vergessen dürfte nun wohl auch Simone Peter gehen. Bleiben von ihr wird, dass sie ein Jahr nach den massenhaften sexuellen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht angeblich „herabwürdigende Gruppenbezeichnungen wie Nafris“ für nordafrikanische Intensivstraftäter bedenklicher fand als die Übergriffe selbst.

Ideologiegesteuerte Sehstörungen dieser Art mögen bei linken Grünen immer noch verzeihlich sein, vielleicht sogar erforderlich. Doch bei einer großen Mehrheit der Bürger löst eine derartige Wirklichkeitsferne nur noch Kopfschütteln aus. Zumal Grüne grüne Inhalte meist nur antreiben, während Union und SPD sie umsetzen.

Wohin also nun, Grüne? Nach dem spektakulären Scheitern der Jamaika-Sondierungen und dem Aus der Ministerträume ist bei den Grünen guter Rat teuer - und der Spagat zwischen rechten und linken Parteifreunden immer quälender. Vor ihrem Ende Januar stattfindenden Bundesparteitag steht die Partei vor schmerzhaften Klärungen.

Die Details zu Simone Peters Aufgabe des Grünen-Vorsitzes haben wir in einem gesonderten Artikel für Sie zusammengefasst.

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