Umstrittene Homosexuellen-Äußerungen

Kommentar zur Rüge von CDU-Fraktionsvize Irmer: Enthaltung statt klare Kante

Max Holscher

Der hessische Landtag hat die umstrittenen Homosexuellen-Äußerungen des CDU-Abgeordneten Hans-Jürgen Irmer missbilligt. Ein Kommentar dazu von HNA-Redakteur Max Holscher.

Hans-Jürgen Irmer im Fadenkreuz: Homosexualität sei „nicht normal“ denn andernfalls „hätte der Herrgott das mit der Fortpflanzung anders geregelt“ - das soll der Landtagsabgeordnete der CDU gegenüber der Frankfurter Neuen Presse gesagt haben. Wegen dieser Aussage brachte die SPD heute im Landtag einen Antrag ein, mit dem dieses Verhalten missbilligt werden sollte – was auch so geschah. Allerdings enthielten sich die CDU und die Grünen bei der Abstimmung. Ein starkes oder schwaches Signal? Man könnte sagen: Immerhin.

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Denn durch die 54 Enthaltungen der Regierungsabgeordneten wurde die Missbilligung angenommen. Die Abstimmung darüber geschah übrigens namentlich. Jeder Landtagsabgeordnete wurde aufgerufen und musste sein Votum abgeben. Das Votum begann, nachdem jede Fraktion einen Redner berufen hatte: Irmer trat selbst auch ans Pult. Es fielen Sätze wie: Jeder Mensch habe ein Recht auf die Entfaltung seiner sexuellen Orientierung. Eine überzeugende Antwort, Erklärung oder gar Entschuldigung klingt allerdings anders. „Nullerklärung“, nannte es der hessische SPD-Fraktions- und Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel.

Und die Regierung? Auch die Abgeordneten von CDU und Grünen kritisierten in ihren Redebeiträgen die Äußerungen Irmers, enthielten sich aber in der Abstimmung – ein Verhalten, das Interpretationsspielräume lässt. Immerhin – durch ihre Enthaltungen und die 44 Ja-Stimmen der anderen Parteien trugen auch die Regierungsparteien die Entscheidungen mit, das Verhalten zu verurteilen. Wie gesagt: Immerhin.

Email an den Autor: mho@hna.de

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