Kommentar zur Situation bei Volkswagen: Es rumpelt in Wolfsburg

Es ist schon fast bizarr, welches Stück Volkswagen derzeit in Wolfsburg zum Besten gibt, kommentiert Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Es geht um Arbeitsplätze, um neue Strategien, um einen Skandal und reichlich Macht. Um diese Gemengelage überhaupt in Begriffe zu fassen, könnte man auch formulieren: Erneuerer gegen Traditionalisten, Bremser gegen Aufklärer, Betriebsrat gegen Management und so weiter. Die über Jahre währende strenge Hierarchie ist einer Möchtegern-Herrschaft gewichen, denn das Machtvakuum nach Piëch und Winterkorn wurde bislang nicht gefüllt.

Daher rumpelt es gewaltig in Wolfsburg. Angesichts der großen Probleme, die der Autokonzern zu bewältigen hat, war es nur eine Frage der Zeit, wann die Konflikte so sichtbar aufbrechen würden. Doch die Zeit, um Probleme zu lösen, läuft den Wolfsburger gerade weg: Weder starten die Rückrufe der Schummeldiesel, noch gibt es keine für die US-Fahrzeuge akzeptable Lösung.

Da liegen die Nerven schnell blank. Doch statt überlegt - und somit gemeinsam mit der Belegschaft - voranzugehen, werden im Dampfdruckverfahren schlagwortartige Programme vom Management verkündet. Aber was ist schlimmer: Ärger mit den Arbeitnehmern oder zu hohe Kosten in der Produktion?

Beides ist fatal. Auf Dauer könnte der Ärger mit den Beschäftigten sogar teurer sein. Denn die Akzeptanz, also das Miteinander trotz unterschiedlicher Interessen, bliebe bei den notwendigen Veränderungen auf der Strecke.

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