Kommentar zur NPD in Sachsen: Kein Grund zum Aufatmen

HNA-Redakteur Peter Klebe zur Wahl in Sachsen

Die rechtsextreme NPD zieht nicht in den sächsischen Landtag ein. Trotzdem muss das Ergebnis zu denken geben. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteur Peter Klebe

Es war eine Zitterpartie mit gutem Ende. Nach Hochrechnungen vom Sonntagabend lag die NPD in Sachsen lange Zeit bei fünf Prozent und wäre damit wieder in den Landtag eingezogen. Das vorläufige amtliche Endergebnis sorgte dann für Erleichterung bei allen Demokraten: Die Rechtsextremen sind knapp gescheitert und nun nur noch in einem deutschen Landtag, in Mecklenburg-Vorpommern, vertreten.

Trotzdem gibt es keinen Grund zum Aufatmen. Denn ein Ergebnis von 4,95 Prozent für die Ewiggestrigen ist eine Schande. In einigen Regionen Sachsens bekam die NPD über 16 Prozent - was ist da nur los? Der Partei ist es mit tumber Hetze gegen Ausländer und Asylbewewerber zwar nicht gelungen, neue Stimmen zu rekrutieren. Protestwähler haben lieber bei der AfD ihr Kreuz gemacht. Aber wirklich dramatische Verluste musste sie leider auch nicht hinnehmen.

Natürlich ist das Abschneiden der NPD auch auf die äußerst geringe Wahlbeteiligung zurückzuführen. Kein Nichtwähler sollte vergessen, dass er mit seinem Verhalten indikrekt Radikale stärkt.

Niemand sollte die AfD, obwohl sie gern rechtspopulistische Töne schwingt, in einen Topf mit der NPD werfen. Aber das im Freistaat Sachsen fast 15 Prozent der Wähler für Parteien rechts der CDU gestimmt haben, sollte zu denken geben. Und die Politik aufrütteln.

Mail an den Autor: kle@hna.de

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