Riecht nach einer Blamage

Kommentar zu K+S und den Salzabwässern: Das Dilemma bleibt

Wolfgang Riek über die Entsalzung der Werra

Gut vier Jahre, nachdem der runde Tisch das Kaliabwasserrohr zur Nordsee empfohlen hat, geht Wiesbaden auf Distanz zum Votum des Gremiums aus Politikern, Fachleuten, Verbänden und Betroffenen. Das riecht nach Blamage. Ein Kommentar von Wolfgang Riek

Tatsächlich zieht Schwarz-Grün in Hessen die Konsequenz daraus,

• dass Rot-Grün in Hannover nicht mitzieht,

• dass die Zumutbarkeit des Projekts für den Kasseler Konzern juristisch offenbar auf dünnem Eis steht

• und dass an der Werra keine Arbeitsplätze gefährdet werden sollen.

„Wir halten für möglich, dass auslaufende Genehmigungen nicht verlängert oder neu erteilt werden“ - dieser Satz zur Abwasserbeseitigung steht so oder ähnlich seit 2007 in den K+S-Geschäftsberichten. Alle Beteiligten wissen, dass die Versenkung wegen des Risikos fürs Grundwasser schnell enden kann - wie im Werk Neuhof-Ellers 2007 geschehen.

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Dann bliebe nur die Werra als Abfluss: Der Schutz der Oberflächengewässer ist weniger streng - und diesen Spielraum nutzt die hessische Landesregierung. Aus ökologischer Sicht mit Blick auf die Flüsse muss man das beklagen. Dass der Zustand der Werra sich bessert, erwartet man gerade von den in Verantwortung stehenden Grünen in Hessen und Niedersachsen zu Recht.

Das alte Dilemma bleibt: Entweder die Umwelt mit Salzlauge belasten. Oder Arbeitsplätze riskieren. Hier wartet man noch auf neue, überzeugendere Antworten.

Mail an den Autor: wrk@hna.de

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