HNA Meinung

Kommentar zu Schlägereien in Flüchtlingsheimen: Man prügelt sich nicht

Gewalttätige Auseinandersetzungen in Flüchtlingsheimen häufen sich. Dazu nimmt unser Berliner Korrespondent Werner Kolhoff Stellung.

Nein, man muss kein Verständnis haben für die Gewaltausbrüche in den Flüchtlingsheimen. Natürlich ist die Enge ein Auslöser, der Mangel an Privatheit, das Schlangestehen, der fehlende gegenseitige Respekt, die Hackordnung, die es immer in Lagern gibt. Das alles stimmt. Und trotzdem gilt, was der Innenminister so einfach gesagt hat: Man prügelt sich nicht. Straftaten von Flüchtlingen müssen genauso energisch verfolgt und geahndet werden, wie die aller anderen Menschen auch. So wie zum Beispiel auch die Prügeleien, die sich derzeit in anderen engen Räumen, nämlich Oktoberfestzelten, ebenfalls häufen.

Abschieben kann man Flüchtlinge aber rechtlich und praktisch nach einer Schlägerei nicht. Es gibt auch keinen Grund, an dieser Gesetzeslage etwas zu verändern, selbst wenn man das verfassungsrechtlich könnte. Denn die Lage wird sich entspannen, sobald es mehr Unterkünfte gibt, und wenn die aussichtslosen Fälle vom Balkan endlich nicht mehr mit den Kriegsflüchtlingen vermischt werden. Allerdings muss man sehr schnell Frauen und Kinder besser schützen, vielleicht in besonders gesicherten Bereichen.

Die Zwischenfälle sind auch kein Grund, die grundsätzlich positive Haltung den Flüchtlingen gegenüber zu verändern. Dass da nicht nur feine, gebildete Leute kommen, war immer klar. Und dass es viele junge Männer sind, auch. Viele kommen aus Kulturkreisen, in denen Gewalt eine andere Rolle spielt als bei uns, und aus Situationen, die aktuell sogar von massiver Gewalt geprägt sind. Dieses Problem wird und muss sich mit der Integration in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft erledigen. Sonst allerdings wird es ein gewaltiges Problem.

Kontakt zum Autor: nachrichten@hna.de

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